März 7, 2021

Der Drucker will geliebt werden – Neukalibrierung – und ein neuer Meilenstein

Eigentlich dachte ich immer, meine Drucker sind „ok“ eingestellt. Klar gibt es da draußen noch die Profis, bei denen immer noch was geht. Je nach Größe des Druckteils waren die Abweichungen der Drucker untereinander zwischen 0,5 und 1mm, wenn überhaupt. Bei einem habe ich teilweise auch oberflächige Rillen drin. Ist für mich bisher auch kein Problem, weil die Teile eh geschliffen und lackiert werden.

Jetzt soll ein Drucker schon mal mit den mechanischen Innenleben anfangen und da ist jetzt aufgefallen „ok“ ist das neue „scheiße“. 😉

Das soll jetzt kein Tutorial werden, wie man seinen Drucker einstellt. Davon gibt es massig im Netz. Ich berichte nur darüber, weil es zum Bau dazu gehört und gleichzeitig wollte ich auch mal wissen, welche Einstellungen welche Auswirkungen haben können.

Das war wohl nix

Ok, ich drucke bisher nur mit PLA und wollte die mechanischen Teile mit PetG drucken. Mein PLA Profil diente somit als Ausgangsprofil und versuchte die auf PetG anzupassen. Der anfängliche Flowtest sah eigentlich gut aus und daher druckte ich das erste Teil. Wie man sieht, ohne Erfolg und leichtgängig ist anders.

Kalibratoren für alle!

Also nochmal an den Flow und ab da druckte ich einen Kalibrator nach dem anderen. Jeweils immer mit 2 Flow weniger. Aber irgendwie wollte es trotzdem nie wirklich passen. Mal ging es und mal nicht.

Nach dem ersten Flowtest, über den Würfel mit 2 Außenwänden, wäre eigentlich mein optimaler Flow bei 96 in Cura. Später war ich bis 84 runter und es passte dennoch nicht wirklich. Daher denke ich, das der Fehler woanders lag. Wo aber genau, das wollte mir beim besten Willen nicht einfallen. Daher alles nochmal zurück und den Drucker stellte ich nun komplett neu auf PetG ein.

Einmal bitte auf Anfang zurück

Also habe ich mir nun Zeit genommen, alles nochmal neu einzustellen, was am Ende fast 2 Tage dauerte. Natürlich mit Pausen und nicht in einem durch. Einen Temptower hatte ich bereits beim Filamentwechsel gedruckt und daher darauf verzichtet. Genauso habe ich mit Absicht keinen Benchy gedruckt. PetG zieht bei mir keine Fäden, kleine Überhänge werden ohne Probleme gedruckt und es geht hier um die Maßhaltigkeit. Daher begnügte ich mich nur mit den Würfeln.

Meine Ausgangseinstellungen waren folgende:

  • ColorFabb PetG
  • Temperatur 235 Grad
  • Bett 90 Grad
  • Flow 100 Prozent
  • Schichtdicke 0.2 – nur zum Einstellen, gedruckt wird mit 0.16
  • Druckgeschwindigkeit 30 mm/s
  • Retract 1mm bei 30mm/s
  • Kühlung 25 Prozent
  • Riemenspannung geprüft
  • Aluprofile gesäubert
  • Leichtgängigkeit der Räder gecheckt
  • Spindeln neu gefettet
  • Schrauben nachgezogen
  • Heizpatrone und Thermistor getauscht, weil die Temperatur immer um +/- 2 Grad schwankte
Ich kam einfach nicht weiter

Nach jeder neuen Einstellung, bzw. Veränderung druckte ich einen neuen 20×20 Würfel. Die hohlen Würfel für den Flow waren schnell durch, da ein Wert von 96 in Cura genau die Wanddicke hatten, die sein sollten. Aber die Maßhaltigkeit der Seiten hüpften wild umher und ich wusste nicht, woran es noch liegen könnte. Egal um welchen Wert es sich handelte, ich bekam nie 2x hintereinander das gleiche Ergebnis. Zum Beispiel E-Steps. 120mm Filament und 100mm sollten extrudiert werden. Am Ende waren es 100,02mm. Also für mich ein perfektes Ergebnis. Wert gespeichert, mit M503 nochmals geprüft und ein 2tes mal 100mm durchlaufen lassen. Da waren es auf einmal nur noch 96,32mm die extrudiert wurden. So ging es in einer Tour.

Selbst nach 8x E-Steps kalibrieren bekam ich immer verschiedene Werte

Also habe ich den Drucker genommen, auf den Parkplatz gestellt und bin mit meinem Auto ein paar mal drüber gefahren…. ja, das war eine kurzweilige schöne Vorstellung um etwas Dampf abzulassen.

Perfekter Zeitpunkt für ein aufgeschobenen Plan

Ich bin mit meinem Latein am Ende und habe dann jetzt endlich den Umbau auf ein SKR 1.4 Turbo mit TMC2209 und dem TFT35 vorgenommen.

„Das ist total easy“, haben alle gesagt. „Sieht viel komplizierter aus als es ist“, haben alle gesagt. „Du wirst mit dem neuen Setup viel glücklicher werden“, haben alle gesagt.

Ja ne, is klaaaaar!

Derjenige, der die Heißklebepistole in der Hand hatte, würde ich gerne mal zeigen, was man damit noch so machen kann.
Das Abfriemeln hat fast länger gedauert als der Umbau

Normalerweise sollte Heißkleber in China verboten werden. Ich mein, hey, warum steckt Ihr noch Kabeln irgendwo auf Pins, wenn die doch auch kleben kann? Wir auch immer, nachdem ich die Stecker endlich befreit hatte, gab es noch ein letztes Foto vom alten Board, falls ich doch zurück bauen muss.

Kabel beschriften ist Pflicht!

Dann ging es los. Eben ein Pinout vom neuen Board besorgt und sorgsam alles zusammen gezimmert. Obwohl es ein paar kleine Probleme gab, u.a. 2 Kabel die ich nicht zuordnen konnte, klappte dies doch relativ reibungslos.

Das neue Board ist bereit und lief sogar ohne den großen Knall, E0 und E1 waren da noch an der falschen Position

Aber Marlin ist absolut nicht meine Welt. Ursprünglich wollte ich eine eigene Marlinversion versuchen und die nutzen. Das ging sowas in die Hose, das ich am Ende die Version 2.0.7.2 von Druckbar.net genommen habe. Selbst jetzt habe ich noch Probleme, die ich erst beheben muss.

Unter anderem fährt X in den Endstop rein. Jetzt nicht so extrem das der Riemen durchdreht, aber doch so sehr, das der Extruder sich minimal querstellt. In der Marlinfirmware ist Sensorless Homing eingetragen, mit einer Sensibilität von 90. Ich habe die nun auf 108 geändert, wo ich glaube das der am besten passt. Jetzt habe ich das Problem, das X manchmal beim Homing stehen bleibt und ich erst 2-3 mal homen muss, bis er wirklich zum Endstop fährt.

Wenn mir jemand da helfen kann, wäre das echt klasse!

Sobald der Drucker ordentlich läuft, hoffe ich endlich damit die mechanischen Teile für das Innenleben drucken zu können. Daher ist mir dieses Anliegen persönlich sehr wichtig, weil ich an den Punkt komme, mich auch um das Innere kümmern zu müssen.

Der nächste Meilenstein

TAADAA!

Wade am Hulkbuster? Check!

Der Unterschenkel ist endlich fertig und benötigt jede Menge an Postprocessing. Einige große Teile haben sich leider beim kleben verzogen und nun herrscht einiges an Spannung in der Mitte. Bisher hält es und man kann es auch angeben, ohne das es bricht. Ich habe aber gemerkt, das für die Beine wahrscheinlich ein Infill von 5 Prozent einfach zu wenig sind. Die Wade ist um einiges leichter an der vordere Teil des Unterschenkels. Dafür ist aber der vordere stabiler.

Mein Plan ist daher den Innenbereich mit Glasfasermatten und Harz zu verstärken. Ich werde wahrscheinlich 4 Lagen nehmen. 2 für die Grundverstärkung, dann werde ich die seitlichen Aluprofile, zum positionieren und halten, „einkleben“ und mit 2 weiteren Lagen Glasfasermatten fixieren. Damit dürfte die Stabilität um einiges erhöht werden und ich brauchen die Innenhalter für die Profile nicht anzubohren.

Auch beinhalten einige Abschnitte immense Druckfehler, wobei Warping das kleinste übel ist. Bei 2 Teile waren Löcher vorhanden, weil das Infill an dieser Stelle fehlte und der Druck daher ins „leere“ ging.

Aber das macht nichts. Für solche Fälle habe ich mir einen 3D Druckstift geholt, um sowas auszugleichen. Außerdem sieht man diese Fehler, hofentlich, später nicht unter Spachtelmasse, Harz und Lack.

Das nun kommende

Ich mache mir derzeit Gedanken, wie ich am besten weiter mache. Derzeit glaube ich einfach nicht, das es Sinn macht, 3-4 Dinge gleichzeitig laufen zu lassen. Klar kann ich weiterhin drucken, aber beim Bein habe ich doch schon gemerkt, die schwierig später das Puzzle wird, wenn man die Teile nicht sofort klebt. Auch wenn nach 10 Drucken auffällt, das ein Teil fehlerhaft ist, und man nicht bei jedem die Koordinaten aufgeschrieben hat, fällt ein Neudruck etwas schwerer.

Ich denke daher, das ich erstmal die vorhandenen Teile fertig machen werde. Das gibt ich nochmals Zeit um die derzeit noch laufende Skalierung weiter anzupassen.

Meine vorläufige ToDo Liste, nach meiner Priorität sortiert, ist dann:

  • Fertigstellung und Einrichten des „PetG“ Druckers
  • mechanische Gewinde drucken bis es ohne nachschleifen klappt
  • Verstärken des Unterschenkels
  • Schleifen und lackieren der noch offenen Bauteile
  • Aluprofile ausmessen, bestellen, einbauen
  • Fuß mit Unterschenkel verbinden
  • Scharniere am Unterschenkel anbringen
  • Servo und Gewinde einbauen, zwecks öffnen der Rüstung
  • Drucken der weiteren Rüstung

Wie Ihr seht ist noch einiges zu tun. Mal sehen ob es dabei bleibt. Pläne sind schließlich auch dafür da geändert zu werden. 😉

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